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Rückblick 2011

Tischtennis-Talente des SV Blau-Weiß erfolgreich wie nie

Unter der Leitung von Trainer André Maise blickt der TT-Nachwuchs des SV Blau-Weiß Grevesmühlen auf eines der erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte zurück.

Fast ein wenig bedrohlich ragt die Grevesmühlener Mehrzweckhalle in den dunklen Himmel. Nur durch ein paar schmale Fenster über dem Sportlereingang dringt Licht. Dorthin führt allerdings nur die steile Stahltreppe an der Gebäudeseite. Wirkt der Betonklotz von außen eher starr und steif, wuselt und trubelt es in dem hell erleuchteten Raum. Weit ab vom populären Fußball oder Handball schmettern hier, abseits der Öffentlichkeit, zehn Kinder um die Wette. Seit sieben Jahren hat André Maise bei den Tischtennistalenten des SV Blau-Weiß.Grevesmühlen das Sagen. Unter seinen Fittichen blicken die Nachwuchssportler auf das erfolgreichste Tischtennisjahr seit der Wende zurück. „Es hat 2010 einen tollen Leistungssprung gegeben. In diesem Jahr waren wir auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene erfolgreich“, sagt der 46-jährige Tischtennistrainer. So hat beispielsweise Marie Badermann 2010 den ersten weiblichen Kreismeistertitel des Vereins überhaupt geholt. Bei den Kreisjugendspielen holten die sieben Blau-Weiß-Starter acht Podiumsplätze. Zwei Kreismeistertitel folgten. Die meisten Medaillen sammelte Torben Stolte. Der Zehnjährige qualifizierte sich als Kreismeister für die Bezirksmeisterschaft, holte hier im Einzel und im Doppel Bronze. „Vereinsgeschichte“, wie sein Trainer sagt, schrieb er schließlich bei den Landesmeisterschaften, wo er Platz drei im Doppel belegte und sich somit die Bronzemedaille sicherte. „Er bringt viel mit und ist sehr ehrgeizig“, lobt Trainer André Maise den Jungen, der erst seit zweieinhalb Jahren Tischtennis spielt. „Mein Vorbild ist Timo Boll, weil er der Beste ist. Und wenn ich weiter trainiere, werde ich nächstes Jahr vielleicht Landesmeister“, steckt sich Torben Stolte schon einmal große Ziele für 2012. An diesem Abend jedoch steht erst einmal eine weitere Trainingseinheit auf dem Programm. Mit konzentriertem Bilck fixiert er die kleine Plastikkugel, erreicht, obwohl er nicht unbedingt zu den größten zählt, fast jeden heran fliegenden Ball. Am Nachbartisch kümmert sich André Maise um einen seiner Vereinskollegen, lobt bei jedem gelungen Schlag des Jungen, erklärt in ruhigem Ton, was er besser machen könne. „Ich habe Angeln und Fußball probiert, aber Tischtennis, im Duell mit einem direkten Gegner zu stehen, ist die größere Herausforderung“, schwärmt Maise. Auf die Zusammenarbeit mit den Eltern der Kinder könne er sich verlassen. Sie würden ihre Kinder zum Training und auch manchmal zu Wettkämpfen fahren oder kleine Feiern mit organisieren. Allerdings leide die Sportart unter mangelnder Popularität. Nur wenige Vereine im Landkreis hätten eine Tischtennisabteilung, einen Ligaspielbetrieb beim Nachwuchs gibt es nicht. „Schwierig wird es auch, wenn die Jungen und Mädchen 18 werden“, sagt Maise. Mit Beginn der Lehre, des Studiums und einem gleichzeitigen Umzug würden viele den Sport aufgeben. „Ich habe vor vier Jahren meine Liebe zum Tischtennis entdeckt“, erzählt Marie Badermann. In ihrem Heimatort Dassow werde der Sport nicht angeboten. Jetzt ist sie 18 und sucht nun eine Erwachsenengruppe, der sie sich anschließen kann. Aber weder Marie Badermann noch die Nachwuchscracks des SV Blau-Weiß Grevesmühlen sind am Ende ihrer Karriere angekommen. Regelmäßig tauchen neue Gesichter bei André Maise auf. „Besonders bei Neueinsteigern ist es immer wieder eine Herausforderung, ihnen Tischtennis beizubringen“, sagt der lizenzierte Übungsleiter. Aber vielleicht lohnt sich die Mühe, vielleicht ist demnächst wieder jemand dabei, der erneut Vereinsgeschichte schreiben wird.(Quelle:OZ)

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