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Fit wie ein Turnschuh

Robert Siemund stoppt die Zeit von Mark Wegner, der 19-jährige Handballer testet die Disziplinen für das Sportabzeichen.

Das Sportabzeichen? Das gab es doch mal in der Schule, früher. Jede Menge Prüfungen, am Ende gab’s ein Abzeichen für die Trainingsjacke. Fertig, aus. Warum sollte man so etwas noch einmal in seinem Leben wiederholen? „Weil es Spaß macht“,sagt Doris Neitzel. Die Mitarbeiterin der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest aus Grevesmühlen ist mit ihren Kolleginnen seit drei Jahren regelmäßiger Gast bei RobertSiemund, Leichtathletik-Trainer von Blau-Weiß und zuständig für das Sportabzeichen. Alle 14 Tage jeweils montags von 18.30 bis 20 Uhr können hier die einzelnen Prüfungen abgelegt werden. Das Sparkassen-Team ist seit drei Jahren mit dabei. Anfangs, im Jahr 2013, noch in Wismar, seit das Angebot in Grevesmühlen steht, sind die Kolleginnen alle 14 Tage am Tannenberg. Die Prüfungen haben die Frauen schon mehrfach abgelegt. Das goldene Abzeichen ist allerdings Nebensache. „Es macht Spaß, zusammen in der Gruppe Sport zu treiben, das Training ist entspannt und Robert Siemund jemand, der sich Zeit nimmt für uns.“ Der 30-jährige Trainer nimmt sich in der Tat viel Zeit. „Natürlich könnten wir einen Tag anbieten, an dem alle Prüfungen abgenommen werden, aber das ist Stress. Viel sinnvollerist es, dass wiruns jedes Mal ein, zwei Disziplinen vornehmen und das vernünftig machen.“ Dieses „vernünftig machen“ beginnt mit einer ausführlichen Erwärmung, geht über die Erklärung technischer Details bei den einzelnen Disziplinen bis hin zur individuellen Betreuung der Teilnehmer. „Es spielt keine Rolle, wie sportlich jemand ist. Wichtig ist, dass man sich konzentriert und im Rahmen seiner Möglichkeiten den Wettkampf bestreitet“, erklärt der Experte in ruhigem Ton. Neben dem Sparkassen-Team gibt es einige andere „Stammgäste“, die regelmäßig bei Robert Siemund vorbeischauen. Eine Familie mit zwei Kindern ist unter anderem dabei. Dabei geht es weniger um die Höchstleistungen, sondern um die Bewegung in der Gemeinschaft. „Sport treiben einige von uns“, erklärt Doris Neitzel. „Aber das ist eben eine coole Truppe.“ Dass ausgerechnet die Mitarbeiterinnen der Sparkasse so zahlreich vertreten sind, ist kein Zufall. In der Vergangenheit lobte das Unternehmen Prämien aus für jene Kollegen, die sich selbstständig fit halten. Wie Doris Neitzel erklärt,gabesein Punktesystem für die verschiedenen Aktivitäten. „Am Ende gab es Prä- mien, wenn man eine bestimmte Punktzahl erreicht hat.“ Inzwischen überwiegt bei den Frauen allerdings der Ehrgeiz, die Herausforderung anzunehmen. Sport treiben sie auch ohne Punktesystem. Claudia Drebenstedt nutzt die Laufwege um den Vielbecker See, Doris Neitzel hat ein Trampolin zu Hause, Tanja Baumann setzt auf die Bewegung in der Gruppe bei den Angeboten am Tannenberg. Für Robert Siemund sind die FrauenderSparkasse ebenso wiedieanderen Teilnehmer, die mehr oder weniger regelmäßig zum Sportplatz kommen, eine willkommene Abwechslung zum Trainingsalltag mit dem Leichtathletik-Nachwuchs. „Die Nachfrage steigt, das ist zu sehen, aber es hält sich noch in Grenzen“, erklärt der 30-Jährige. Alle 14 Tage anderthalb Stunden anzubieten, reiche derzeit aus. NebenGrevesmühlenkönnenInteressierte das Sportabzeichen auch in Neukloster und Wismar ablegen. In Wismar läuft der Sportabzeichentreff bereits seit 13 Jahren erfolgreich. Auch in diesem Jahr wird das Angebot gut angenommen, derzeit sind es rund 20 Sportler und Sportlerinnen. Hierbei sind vor allem Mitarbeiter der Wismarer Werkstätten verstärkt vertreten. Wer sein Sportabzeichen in Wismar erwerben möchte, kann dies noch bis zum 5. Oktober jeden Mittwoch in der Zeit von 18 Uhr bis 19.30 Uhr tun. Trainiert wird auf dem PSV-Sportplatz in Wendorf. Zuständige Trainer sind dort Andreas Mücke und Oskar Männer. Den für das Sportabzeichen benö- tigten Schwimmnachweis kann man entweder am Mittwoch, 12. Oktober, um 18 Uhr im Wonnemar Wismar bekommen oder jederzeit im Grevesmühlener Freibad am Ploggensee. Hierzu ist eine Nachfrage bei einem Rettungsschwimmer erforderlich.

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